Framed Camera Obscura

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P. ZAJFERT

Das Prinzip der Camera Obscura
(aus dem lateinischen übersetzt “dunkler Raum”):

Wenn man in einem dunklen Raum ein sehr kleines Loch sticht,
dann entsteht auf der gegenüberliegenden Wand, auf die das Licht fällt,  ein Abbild der Umgebung das verkleinert, spiegelverkehrt, sich bewegt und in Farbe ist. Befindet sich dort lichtempfindliches Material, so kann man dieses Abbild aufzeichnen.

Der Rahmen als Fotoapparat (eine Lochkamera) die ein Jahr lang belichtet

Bensheim, Framed Camera Obscura, 3 Jahre belichtet

Framed Camera Obscura - Der Rahmen,

aus schwarz lackiertem Holz ca. 24x24x4,5 cm mit dem Text:

 
 HIER ENTSTEHT EINE FOTOGRAFIE
 
und einem Loch in Alufolie ca. 0,3 mm, mit eingelegtem (auf der Rückwand) schwarzweiss Fotopapier. Eine Camera Obscura (Lochkamera) die Tag und Nacht, Monate oder sogar Jahre lang fotografiert. Wenn Sie die Aufnahme beendet haben ist das Bild im Negativ fertig, ohne entwickeln und ohne Fotolabor. Das Bild entsteht als Negativ, durch die Schwärzung des Silbers. Diese nimmt nach gewisser Zeit nicht mehr zu, daher kann die Belichtungszeit beliebig lang dauern. Die Belichtungszeit sollte  mindestens 1 Jahr betragen. Je länger desto besser - Das Bild wird Detailreicher. Die Belichtung startet, bei Entfernung des Klebestreifens. Wenn Sie die Aufnahme beendet haben, gehen Sie wie unter TECHNIK beschrieben vor.

Framed Camera Obscura - Technik

Bereits um ca. 1200 war Albertus Magnus die Oxidation und Schwärzung des Silbernitrats bekannt. Im Jahr 1719 hat Johann Heinrich Schulze experimentell als erster nachgewiesen, dass Silbersalze sich bei Sonneneinstrahlung verdunkeln.

Diese Eigenschaft vom Silbernitrat nutzte Nicéphore Niépce in seinem fotografischen Experiment, aus dem Jahr 1816. Mit Silbernitrat beschichtetes Papier befestigte er auf die Rückseite einer Camera Obscura (die mit einer Linse ausgestattet war) und legte sie an ein Fenster. Nach ein paar Tagen der Belichtung entstand ein Abbild im Negativ, das bei der Lichteinwirkung schwarz wurde und verschwand. Dieses Verfahren nannte Niépce „Retina“.

Die Kamera aus dem Projekt „Framed Camera Obscura“ hat anstatt einer Linse, ein Stück Aluminium mit einem kleinen gestochenen Loch. Auf der Rückwand ist, mit Silberbromid beschichtetes, Fotopapier (herkömmliches Schwarzweiss Fotopapier). Da, durch das Loch viel weniger Licht als durch eine Linse kommt, sind im Vergleich zum Verfahren von Niépce viel längere Belichtungszeiten notwendig. Das entscheidende ist, was im Jahr 1816 nicht möglich war, die Erhaltung von dem so entstandenen Negativ. Heute ist dies durch das digitale Kopierverfahren machbar.
Nach dem Belichten „fixiert“ man den Zustand des Fotopapiers durch abfotografieren oder einscannen. Am Computer lässt
sich das Negativ ins Positiv umwandeln.